Katja Ebstein Stiftung

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Grußwort Dagmar Ziegler

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Sehr geehrte, liebe Frau Ebstein,
sehr geehrter Herr Güttler,

mit großem Interesse und mit bewegtem Herzen sehe ich das großartige Engagement Ihrer Stiftung für eine Welt, die "enkeltauglich" ist und den nachfolgenden Generationen eine Zukunft gibt. Namens der brandenburgischen Landesregierung danke ich Ihnen sehr für die vielfältigen Aktivitäten und unterstützende Projektarbeit, mit denen Sie gegen Not, Armut und Verwahrlosung von Kindern kämpfen und sich für ein gesundes, chancengleiches Aufwachsen einsetzen - u.a. auch in unserem brandenburgischen Landesbündnis "Gesund aufwachsen".
Indem Sie sich für die Umsetzung Ihrer wie auch unserer Anliegen stark machen und Gehör verschaffen, bauen Sie mit an einer gesellschaftlichen Lobby für Kinder. Dafür bin ich Ihnen ganz persönlich, liebe Frau Ebstein, und Ihrer Stiftung sehr dankbar.

Es bleibt wichtig und es ist auch mir sehr wichtig, dass wir die Dinge gemeinsam in eine Richtung ziehen. Politik und Gesellschaft brauchen über den Tag hinaus eine Orientierung, die Gerechtigkeit und Solidarität als Grundwerte politischen und wirtschaftlichen Handelns praktiziert. Erst wenn das täglich geschieht, werden wir mit dem gesellschaftlichen Wandel vernünftige Antworten auf die vielen neu entstehenden sozialen Fragen finden. Das funktioniert nur, wenn alle gesellschaftlichen Kräfte sich dafür gemeinsam engagieren.

Die Alterung der Gesellschaft, die Ausgrenzung bestimmter sozialer Gruppen - das sind nur zwei der wichtigsten aktuellen Herausforderungen, mit denen wir uns konfrontiert sehen. Dabei äußert sich Ausgrenzung z.B. in Langzeitarbeitslosigkeit; und sie äußert sich in Kinderarmut. Kinderarmut ist kein Problem allein der sog. "Dritten Welt". Kinderarmut widerspiegelt auch in wirtschaftlich starken Ländern eine Lebenswirklichkeit, die ihre Ursachen in den gesellschaftlichen Umbrüchen und globalen Veränderungen hat. Natürlich muss in Deutschland kein Kind verhungern. Doch die Folgen der Armut und ihre psychischen Schäden sind groß. Denn Kinder aus sozial schwachen Familien haben oft - über die Schulpflicht hinaus - weniger Zugang zur Bildung; sie sind häufiger krank und haben geringere Chancen auf Lebensperspektiven.

Das sehen wir, und dem wollen wir energischer einen Riegel vorschieben. Unser Ziel ist es, kein Kind zurückzulassen. Wir wollen allen Kindern und Jugendlichen in Brandenburg gleiche Lebenschancen, gleiche Chancen auf gesundes Aufwachsen, auf Ausbildung, und Beruf geben. Zur Umsetzung dieses Ziels haben wir ein politisches Programm verabschiedet und ein Bündel von Maßnahmen geschürt, das den Wunsch nach einem Leben mit Kindern wieder beflügeln und Familien unterstützen soll. Es bindet alle Ressorts ein, setzt aber auch die aktive Mitarbeit der Wirtschaft, der Verbände, der ganzen Gesellschaft voraus.

Natürlich geht es bei Kinderarmut auch ums Geld - doch Geld allein wird das Problem nicht lösen. Viel wichtiger ist es, Kinder durch Bildung, durch Stärkung ihrer Gesundheit, durch Stärkung elterlicher Erziehungskompetenzen fit zu machen für eine Gesellschaft, die immer dynamischer wird. Soziale Ausgrenzung beginnt nicht dort, wo der Geldbeutel schmaler ist, sondern dort, wo der Bildungshorizont niedrig hängt. Ein gut funktionierendes Kinderbetreuungssystem haben wir in Brandenburg bereits; nun sind wir dabei, es qualitativ zu verbessern und z.B. auch "gefährdete" Kinder wirksamer und rechtzeitiger in dieses System einzubeziehen. Für dieses Bemühen stehen u.a. das Landesbündnis "Gesund aufwachsen", die "Lokalen Bündnisse für Familien", die Netzwerke in den Regionen mit ihren Familien unterstützenden Maßnahmen.

Liebe Frau Ebstein, lieber Herr Güttler, vieles ist auf dem Weg, anderes braucht noch Zeit. Unsere Vorhaben werden uns permanent fordern, bevor das Wort "Kinderarmut" getilgt werden kann. Aber wir bleiben am Ball. Ich bin sehr froh, mit Ihnen und Ihrer Stiftung Menschen an der Seite zu wissen, die das für eine "enkeltaugliche Zukunft" ebenso vehement tun. Lassen Sie uns deshalb auch künftig unsere Kräfte, unsere Ideen, unsere Vorhaben für diesen guten Zweck bündeln. Herzlichen Dank!

Mit den besten Grüßen und Wünschen

Dagmar Ziegler
Brandenburgs Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie