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Mikropolis

empfohlen ab 6 Jahren


Handlung - Ausführliche Beschreibung

Die Kinderoper von Christian Jost und Michael Frowin führt die jungen Besucher in eine Welt, mit der sie zwar ständig in Berührung sind, die sie aber trotz allem kaum kennen: Zu den kleinen Tieren, die Wiesen und Grünanlagen bevölkern.
Die Krabbeltiere dieser Oper sind aber, bei aller Wahrung der jeweils artspezifischen Besonderheiten von Käfern, Fliegen, Tausendfüßlern usw. durchaus vermenschlicht. In ihrem Verhalten spiegeln sich auf lustig verfremdete Art das Verhalten und die Probleme von Menschen wider, die den Kindern sehr gut bekannt sind.
So knüpft die Zusammensetzung der Insektentruppe auf dem geschundenen Rasenstück inmitten einer Großstadt an Erfahrungen der Kinder in einem zunehmend globalisierten und multikulturellen Umfeld an. Da gibt es den chinesischen Marienkäfer, der nach Deutschland eingewandert ist (zugleich
eine Anspielung auf die aus China stammenden Marienkäfer, die tatsächlich bei uns immer häufiger werden), die beiden coolen Jungs aus der Türkei und Griechenland, die eine abgemilderte Form der »Kanaksprak« sprechen, da gibt es den allzu braven Tausendfüßler, der dann doch allzu
schnell bereit ist, sich auf den schlimmen Streich einzulassen, der Gesine gespielt wird usw. Das Stück reflektiert auf witzige und leichte Weise die Chancen und Problemen, die aus dem Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen entstehen.
Zu diesem Problemkreis gehört auch der Umgang der Kinder mit anderen, die nicht ihrem Temperament entsprechen. Das wird anhand der Grille Gesine durchgespielt, die vom Land kommt und das Leben in der Großstadt nicht kennt. Anders als die Insektengruppe vom Rasenstück, ist sie den
Anforderungen des Großstadtlebens nicht gewachsen und sehnt sich nach dem stillen Leben auf dem Land, wo es keine Autos, keine Abgase, keinen Lärm gibt.
Bei einem Teil der kleinen Krabbler erzeugt sie damit eine Sehnsucht, die anderen fühlen sich dadurch gestört und reagieren aggressiv, indem sie versuchen, das Problem mit Hilfe des Laubsaugers aus der Welt zu schaffen.
Der wichtige Wendepunkt ist, dass die Protagonisten dann aber einsehen, dass sie einen Fehler gemacht haben, weil sie kein Recht haben, die kleine Grille ins Unglück zu stürzen, nur weil sie sie stört. Nun beginnt das große Abenteuer, das die Insekten nur bestehen können, indem sie alle Konflikte vergessen und zusammenhalten. So gelingt es ihnen schließlich, die mürrische
Gottesanbeterin zu besiegen und auf die große freie Wiese vorzudringen.
Auch wenn das nicht für alle gleich schön ist, haben sie doch alle etwas gelernt: Nämlich dass es auch andere Lebensmöglichkeiten geben kann als jene, die sie für richtig und gut halten. Oder auch dass man andere Verhaltensweisen und Lebensentwürfe tolerieren muss und Menschen nicht abwerten darf, weil sie anders sind. Und schließlich, dass große Aufgaben oder auch
Gefahren nur dann bewältigt werden können, wenn alle zusammenhalten und gemeinsam handeln, wobei dann jeder die Möglichkeit hat, mit seinen Mitteln etwas beizutragen, was allen nützt.
Die Verlegung der Geschichte ins »Insekten-Milieu« macht es möglich, diese pädagogischen Aspekte auf eine leichte und lustige Weise an die Kinder zu bringen, ohne dass diese durch eine allzu deutlich sichtbare Absicht verstimmt werden. Dazu hilft vor allem, dass die Darstellung einer Insektengruppe viele Möglichkeiten für eine phantasievolle theatralische Umsetzung
bietet, die für Kinder mit Sicherheit attraktiv sein wird.
(Quelle: Komische Oper Berlin)

Weitere Informationen zum Stück erhalten Sie hier.


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Mikropolis - Kurt (Quelle: Komische Oper Berlin)